AI Literacy als organisationale Gestaltungsaufgabe der Berufsbildung
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Bonn
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Abstract
"Künstliche Intelligenz (KI) verändert berufliche Arbeits- und Lernprozesse zunehmend und wirkt dabei unmittelbar auf zentrale Dimensionen beruflicher Handlungskompetenz ein. Der Einsatz von KI verändert Anforderungen an Analyse-, Entscheidungs- und Kommunikationsprozesse und stellt professionelle Urteilsfähigkeit, Verantwortung und Fachlichkeit vor neue Anforderungen. Aktuelle arbeitsmarktbezogene Analysen zeigen, dass KI in den kommenden Jahren erhebliche strukturelle Veränderungen von Tätigkeitsprofilen und Kompetenzanforderungen in Deutschland bewirken wird. Für die Berufsbildung ergibt sich daraus die Aufgabe, KI den Lernenden nicht lediglich als neues Arbeitsmittel darzustellen, sondern Lernende systematisch zur reflektierten und verantwortungsbewussten Nutzung von KI in beruflichen Handlungssituationen zu befähigen. Vor diesem Hintergrund greifen rein instrumentelle Qualifizierungsangebote zu kurz, da sie KI primär als technisches Werkzeug behandeln und organisationale, didaktische sowie verantwortungsbezogene Rahmenbedingungen der KI-Nutzung weitgehend ausblenden.
Der Beitrag verfolgt drei Ziele: Erstens wird AI Literacy für die Berufsbildung als mehr dimensionale, entwickelbare Kompetenz konzeptualisiert, die Selbstregulation, metakognitive Urteilsfähigkeit und verantwortungsorientierte individuelle Nutzung (Human Agency) in den Mittelpunkt stellt. Zweitens werden Gestaltungsprinzipien für die Förderung von AI Literacy entwickelt, die den Übergang von individueller Kompetenzentwicklung zu organisationaler Verantwortung strukturieren. Drittens wird ein Fallbeispiel aus der Bankenbranche vorgestellt, das auf der Konzeption eines Trainings im Rahmen der betrieblichen Ausbildung
in einer Schweizer Bank basiert und zeigt, wie ein KI-Führerschein als integriertes Qualifizierungsformat in einen umfassenden AI-Readiness-Prozess eingebettet werden kann. Die Durchführung begann im April 2026." (Textauszug, BIBB-Doku)
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