Elterliche Einflussfaktoren in der kindlichen Berufsorientierung mit dem Schwerpunkt MINT-Fächer : Darstellung von Zusammenhängen spezifischer, elterlicher Sozialisationsvariablen zur Verbesserung elterlicher Handlungsempfehlung
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Magdeburg
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Abstract
"Die vorliegende Dissertation untersucht den elterlichen Einfluss auf die Berufsorientierung von Kindern und Jugendlichen, mit besonderem Fokus auf den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Vor dem Hintergrund anhaltender geschlechterbezogener Disparitäten in MINT-Studiengängen und -Berufen rückt das familiäre Umfeld, insbesondere das Elternhaus, als zentrale Sozialisationsinstanz in den Mittelpunkt der Analyse. Ziel der Arbeit ist es, elterliche Erwartungen, Überzeugungen und konkrete Handlungen systematisch zu erfassen und deren Wirkung auf die berufliche Selbstwahrnehmung und die MINT-orientierte Berufswahlentscheidung von Kindern zu modellieren. Theoretisch basiert die Arbeit auf einer Kombination der sozialkognitiven Lerntheorie von Bandura und dem Parental Socialization Model (PSM) von Eccles und Jacobs. Daraus wird das Parental Socialization Model for Career Orientation (PSM-CO) entwickelt – ein erweitertes Strukturmodell, das elterliche Einflussfaktoren in vier Dimensionen gliedert: sozioökonomische Rahmenbedingungen, generalisierte elterliche Überzeugungen, kindspezifische Erwartungen und spezifisches elterliches Verhalten, insbesondere im mathematisch-naturwissenschaftlichen Kontext. Zur empirischen Überprüfung des Modells wurde eine quantitative Erhebung mittels standardisierter und eigens entwickelter Skalen durchgeführt. Die Datenauswertung erfolgte durch Strukturgleichungsmodellierung (SGM). Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Erziehungsstile, wie Bestärkung und Selbstständigkeitsförderung, sowie die wahrgenommene berufliche Zufriedenheit der Eltern einen schwachen, aber signifikanten Einfluss auf das mathematische Selbstkonzept der Kinder ausüben. Stereotype Vorstellungen hingegen ließen sich nur schwer erfassen und waren mit besonders hohen Non-Response-Raten verbunden – ein Hinweis auf soziale Erwünschtheit oder Reflexionsunsicherheit. Insbesondere bei sensiblen oder abstrakt formulierten Fragen, etwa zur Geschlechterrolle in MINT-Berufen, zeigte sich ein selektiv ausfallendes Antwortverhalten, das die Interpretation der Daten erschwert. Dennoch lassen sich wichtige Hinweise auf die Bedeutung elterlicher Überzeugungen und Handlungen für die Berufsorientierung gewinnen. Die Dissertation leistet einen Beitrag zur theoretischen Modellierung elterlicher Einflussfaktoren im Kontext der Berufswahl und liefert gleichzeitig empirisch fundierte Hinweise für praxisnahe Interventionsstrategien." (Autorenreferat, BIBB-Doku)
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