Flexible Koordination: Die Zukunft des dualen Systems aus arbeitsmarktpolitischer Sicht
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Abstract
Das duale System beruflicher Erstausbildung ist zur Zeit sowohl grosser Bewunderung als auch grundsätzlicher Kritik ausgesetzt. Dieser Beitrag resümiert das Pro und Contra und setzt diese einem empirischen Test aus. Er kommt zum Ergebnis, dass die Vorzüge des dualen Systems dessen Nachteile überwiegen. Es sind vor allem die institutionellen Grundlagen, d.h. die flexible Koordination von individuellen und sozialen Interessen durch eine gelungene Kooperation von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Staat, die Anlass zu Optimismus geben. - - - - - "Das duale System beruflicher Erstausbildung ist zur Zeit sowohl grosser Bewunderung als auch grundsätzlicher Kritik ausgesetzt. Aus der Sicht des arbeitsmarktpolitischen Forschers sind an das berufliche Bildungssystem vor allem drei Anforderungen zu richten: Reagiert das duale System flexibel gegenüber starken (quantitativen) Schwankungen der Nachfrage nach Ausbildungsplatzangeboten bzw. gegenüber Veränderungen der Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften, oder ist es für eine hohe (Jugend-) Arbeitslosigkeit bzw. für Qualifikationsengpässe und mithin für Wachstumseinbussen verantwortlich zu machen? Produziert das System Qualifikationen, die den wechselnden und sich rasch verändernden Anforderungen der Arbeitsplätze entsprechen, oder verursacht es in hohem Ausmasse Qualifikations-Mismatch, d.h. strukturelle Arbeitslosigkeit? Trägt das duale System schliesslich zur Segmentation oder beruflichen Segregation des Arbeitsmarktes bei und mithin - von Effizienzverlusten abgesehen - zu berufsbedingten dauerhaften sozialen und ökonomischen Ungleichheiten der Lebenschancen?. Dieser Beitrag resumiert das Pro und Contra und setzt diese einem empirischen Test aus. Er kommt zum Ergebnis, dass die Vorzüge des dualen Systems dessen Nachteile überwiegen. Es sind vor allem die institutionellen Grundlagen, d.h. die flexible Koordination von individuellen und sozialen Interessen durch eine gelungene Kooperation von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Staat, die Anlass zu Optimismus geben." (Autorenreferat)