Arbeits- und Lebenssituation von Frauen im Einzelhandel der neuen Bundesländer im Prozess des sozialen und politischen Wandels
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Abstract
Im Mittelpunkt der Befragung von ausgewählten Verkäuferinnen, Betriebsrätinnen und Personalleitern im Frühjahr 1991 standen folgende Fragen: - Welche Veränderungen ergeben sich mit der Einführung marktwirtschaftlicher Bedingungen in den Einzelhandelsbetrieben der neuen Bundesländer für die weiblichen Beschäftigten bezüglich: Beschäftigungsverhältnis, Arbeitsaufgaben, Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Qualifikation, Arbeitsklima, Perspektiven? - Wie beurteilen, erleben und bewältigen die Frauen diesen Veränderungsprozess? Der auf der Grundlage der 1991 und weiterer 1992 erhobenen Daten erstellte Situationsbericht kommt zu folgenen (ausgewählten) Ergebnisse: Steigende Betriebs- und Lohnkosten und instabile bzw. sinkende Umsätze durch den Bau immer neuer Märkte, veranlassten Ost- wie Westunternehmen durch permanenten Personalabbau, die Personalkosten schrittweise zu reduzieren. Damit hat der Handel seine Stellung als Schwerpunktbereich der Arbeitslosenzugänge beibehalten. Durch den hohen Anteil der weiblichen Beschäftigten im Handel sind natürlich Frauen am meisten von dieser Entwicklung betroffen. Massnahmen zur Reduktion der Personalkosten sind: Entlassungen, Aufhebungsverträge und Abfindungen, Vorruhestandsregelung, Abbau von Verwaltungs- und Technikkräften, Teilzeitarbeit, Änderungen im Personaleinsatz sowie der Firmenservice. Neben der ständigen Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes verbinden sich für die Frauen mit dem permanenten Personalabbau auch folgende Belastungsfaktoren: - die Reduzierung der Arbeitszeit auf Teilzeit, - ein vielfach erhöhtes Arbeitspensum, - Überstunden, - Stress, - Definzite in der sozialen Kommunikation, - Kompetenzverluste. (IAB2)