Berufsbildung zwischen Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik
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94994
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Verlag der Gesellschaft zur Förderung arbeitsorientierter Forschung und Bildung
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Frankfurt/Main
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Abstract
Die Arbeit analysiert die berufsbildungspolitischen Strategien der preussischen Verwaltung aus wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Sicht. Im Mittelpunkt steht die auf die öffentliche Institution Schule und im besonderen auf die Fortbildungs- und Berufsschule bezogene Politik des Handelsministeriums. Aus der Sicht des Handelsministeriums bot die Durchsetzung einer auf qualifizierte Berufsarbeit ausgerichteten Lebensführung eine mögliche sozialpolitische Antwort auf die Arbeiterjugendfrage. Bezüglich der sozialen Dimension verbanden sich mit dem Konzept die Erwartungen, die soziale Integration über positive Identifikation mit den in der Arbeitswelt angetroffenen sozialen Strukturen herbeizuführen. Die vom Handelsministerium mit der Berufsbildung verknüpften gesellschaftspolitischen Erwartungen betrafen jedoch nicht nur die normativ-kulturellen Sozialisationsleistungen, sondern zielten mittels der Qualifikation auch auf die materielle Sicherung der Arbeiter. Auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik war das Ziel der Berufsbildungspolitik, über die Reorganisation und die Effektivierung der staatlichen Ausbildungs- und Ordnungsleistungen im Bereich des gewerblichen Schulwesens die Voraussetzungen für die internationale Konkurrenzfähigkeit zu schaffen. So gesehen folgte das Handelsministerium den wirtschaftspolitischen Interessen einer modernisierten Gesellschaft, wogegen sowohl die soziokulturelle Dimension als auch die Allokationsfunktion in ihrer Normierung traditionalen Gesellschaftsvorstellungen verbunden blieb. (BIBB2)