Arbeit und Beruf - für benachteiligte und behinderte Jugendliche? : über fiktive und realistische Konzepte (sonder-)schulischer Orientierung, Vorbereitung, Hinführung und Eingliederung
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122753
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Abstract
In der überarbeiteten Fassung eines Vortrages auf dem Sonderpädagogischen Forum Berlin, November 1987, stellte der Autor die These auf, dass benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene (schwache Hauptschüler, Sonderschüler, Schulabbrecher) "in den für sie eingehbaren Beschäftigungsverhältnissen trotz regelmässiger Vollerwerbstätigkeit nicht soviel Lohneinkommen erzielen können, um sich - selbst bei bescheidensten Ansprüchen - alleine durchzubringen". Vorgestellt werden die Ergebnisse einer in der Region Reutlingen, Baden-Württemberg durchgeführten Untersuchung zu monatlichen Mindestausgaben alleinstehender junger Arbeitnehmer und zu Netto-Verdienstmöglichkeiten für 199 Beschäftigungspositionen in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Abschliessend werden politische und pädagogische Konsequenzen gefordert. "Benachteiligte Jugendliche (und deren Eltern) brauchen eine Beratung bezüglich der Vorbereitung auf das Beschäftigungssystem, die sie ungeschminkt über ihre tatsächlichen Chancen in Kenntnis setzt. Neigung und Interesse können nicht länger die vorrangigen Kriterien sein, unter denen man bei eingeschränkten Eignungsvoraussetzungen nach Massnahmen der Vorbereitung und der Ausbildung für künftige Beschäftigungsverhältnisse sucht. 14- bis 15jährige benachteiligte Schüler dürfen nicht länger den Eindruck gewinnen, bei Vorbereitung und Ausbildung für das Beschäftigungssystem sei die Frage der späteren Entlohnung nebensächlich; viel wichtiger seien die Freude, die Erfüllung, die der richtig gewählte Beruf deshalb vermittle, weil er im Einklang mit Interessen, Neigung und Eignung stehe. Es ist eine gefährliche, vom bürgerlichen Idealismus ererbte Vorstellung, der Beruf sei das Medium der Selbstverwirklichung. Die von Ökonomie und Technik bestimmten Produktionsverhältnisse lassen zumindest dem Benachteiligten, wie wir zeigen konnten, dafür keine Chance." (IAB2)