Berufsbildung mit geringen Lesekompetenzen? Ergebnisse der Schweizer PISA-Studie-Folgestudie TREE

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Abstract

Die OECD postuliert einen Zusammenhang zwischen PISA-Kompetenzen und nachfolgendem Bildungserfolg und entwirft für Jugendliche des untersten Leistungssegments als potenzieller Risikogruppe ein entsprechendes Riskioszenario. Wer am Ende der Volksschule nur über rudimentäre Lesekompetenzen verfügt, dürfte mit den Anforderungen von Sekundarstufe II-Ausbildungen kaum zurechtkommen und den Einstieg in eine zertifizierende Berufsausbildung finden, diese durchlaufen und erfolgreich abschließen. Im Beitrag wird dieses Risikoszenario auf Grundlage der Schweizer PISA-Folgestudie TREE empirisch überprüft. Auf der Grundlage des Kompetenz- und Risikobegriffs gemäß PISA werden vier Risikothesen formuliert: (1) Verzögerter/kein Eintritt in die Sekundarstufe II, (2) Überforderung in der beruflichen Grundbildung, (3) Diskontinuierlicher Ausbildungsverlauf, (4) Kein Abschluss auf der Sekundarstufe II. Den Analysen übergeordnet ist die Frage, ob die Leseschwächsten per se von zertifizierten Ausbildungen der Sekundarstufe II ausgeschlossen sind und/oder inwiefern sie sich diesbezüglich von Jugendlichen mit etwas höheren Kompetenzen unterscheiden. Insgesamt legen die Befunde nahe, dass die vier Risikothesen sich für die Schweiz nicht in der Schärfe und nicht in dem Ausmaß bestätigen, wie dies gemäß der PISA-Prognose zu befürchten war. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen mit rudimentärer Lesekompetenz steigt direkt in eine qualifizierende Berufsausbildung ein, durchläuft diese geradlinig und schließt sie erfolgreich ab. Jugendliche allein aufgrund ihrer unzureichenden Lesekompetenzen zur Risikogruppe zu machen, scheint deshalb unangebracht. Für weitere Untersuchungen stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen mangelnde Lesekompetenzen durch die Berufsausbildung verbessert oder kompensiert werden können. (BIBB-Doku)

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