Die moralische Urteils- und Handlungskompetenz von kaufmännischen Lehrlingen : Entwicklungsbedingungen und ihre pädagogische Gestaltung
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11255
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Mainz
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Abstract
Die Fähigkeit, Sachverhalte daraufhin zu prüfen, ob sie legitim sind, spielt in beruflichen und ausserberuflichen Handlungszusammenhängen eine wichtige Rolle. In der Moralentwicklungstheorie von Kohlberg wird davon ausgegangen, dass sich die moralische Urteilsfähigkeit in einer Stufenfolge entwickelt, wobei ein Individuum alle moralrelevanten Sachverhalte stets auf derselben, jeweils höchsten erreichten Stufe beurteilt. Angehende Versicherungskaufleute, die auf der Grundlage dieser Theorie befragt wurden, weisen keine derartige Homogenität des Urteils auf. Die Untersuchungsergebnisse deuten eher auf eine situationsspezifische Segmentierung des moralischen Urteils im Sinne einer bereichsbezogenen Handlungskompetenz hin. Dieser Befund führt zu der Frage nach den Ursachen einer solchen Entwicklung. Es ist zu vermuten, dass sie in spezifisch ausgeprägten moralrelevanten Entwicklungsbedingungen liegen. In der Studie wird zunächst gezeigt, welche Bedeutung die moralische Urteilsfähigkeit als Dimension der Sozialkompetenz für das Handeln hat und wie sie bei Versicherungslehrlingen ausgeprägt ist. Im Anschluss werden die Befunde zu den Entwicklungsbedingungen, auf die Versicherungslehrlinge in ihrer beruflichen und privaten Umwelt stossen, dargestellt und abschliessend die Frage nach den pädagogischen Einflussmöglichkeiten diskutiert. (BIBB2)