Altenpflege zwischen professioneller Kompetenzentwicklung und struktureller Deprofessionalisierung
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Abstract
"Vor dem Hintergrund des prognostizierten demografischen Wandels und angesichts sinkender familiärer Pflegeressourcen ist für die Zukunft unstrittig davon auszugehen, dass die Deckung des kontinuierlich wachsenden gesellschaftlichen Bedarfs an Pflege-, Hilfe- und Gesundheitsdienstleistungen zunehmend marktförmig organisiert werden muss. Inwieweit die mit dieser Entwicklung einhergehende verstärkte Nachfrage nach Erwerbstätigen in der stationären und ambulanten Altenpflege einen Verberuflichungs- und Professionalisierungsschub auslösen wird, scheint dagegen noch immer ungewiss. Denn die immer schneller voranschreitende Finanzierungsproblematik des gesamten Gesundheitswesens, die knappen sozialstaatlichen Ressourcen, die konkrete Ausgestaltung der Pflegeversicherung und die enge Eingebundenheit des Pflegemarktes in die sozialen Sicherungssysteme drohen den möglichen Aufstieg der Altenpflege zu einem innovativen und attraktiven Dienstleistungsberuf schon im Keim zu ersticken. Angesichts dieser Ambivalenzen wurden in der vom BMBF geförderten Untersuchung "Berufliche Anerkennung und Professionalisierung in der stationären und ambulanten Altenpflege" die Entfaltungsmöglichkeiten der noch weitgehend nicht akademisierten personenbezogenen Dienstleistungsarbeit Altenpflege konkretisiert sowie Hindernisse und Hürden herausgearbeitet, die den Weg der Altenpflege zu einem attraktiven Zukunftsberuf versperren." Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurde ein ausdifferenziertes Kompetenzprofil für die Altenpflege entwickelt. Insgesamt zeigt die Analyse, dass auf der handlungspraktischen Ebene ein deutlicher Professionalisierungsschub zu verzeichnen ist, der aber auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene nicht zu einem substanziellen horizontalen Aufstieg dieses Berufsfeldes geführt hat. Statt dessen ist eine vertikale Ausdifferenzierung zu beobachten, die eventuell für Teilbereiche wie dem Pflegemanagement eine vertikale Statusverbesserung in Aussicht stellt, nicht aber für die Pflegekräfte in der pflegerischen Versorgung. Die Autorin plädiert daher für einen Paradigmenwechsel hin zu berufs-, arbeitsmarkt- und pflegepolitischen Rationalitätskriterien. (Textauszug; BIBB-Doku)