Berufliche Weiterbildung : moderne Technologien und Qualifikationspolitik

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Abstract

"Der Aufsatz ist die überarbeitete Fassung eines Gutachtens, das der Autor im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie Baden-Württemberg erstellte. Dieses Gutachten wurde im Rahmen des Projekts 'Moderne Technologien und berufliche Weiterbildung' im Institut für Südwestdeutsche Wirtschaftsforschung erarbeitet. Es wird der Frage nachgegangen, auf welche Weise die aufgrund der technischen Entwicklung entstehenden Unterschiede zwischen den Qualifikationsanforderungen und den Kenntnissen und Fertigkeiten der Erwerbspersonen überbrückt werden können. Insbesondere wird dargestellt, wie die Politik - und damit die öffentliche Verwaltung - die Aktualisierung des Qualifikationsstandes beeinflussen kann." Unter anderem werden behandelt: - Wichtige Einflussfaktoren auf die Teilnahme an Weiterbildung, - Entwicklung des Weiterbildungsbedarfs, - Förderung der Aktualisierung des beruflichen Wissens durch den Staat, - systematische Bedarfsermittlung durch die Akteure Wirtschaft, Weiterbildungsträger, Verwaltung, Wissenschaft und Koordinationsgremien mit dem Ziel einer bedarfsgerechteren Entwicklung des Weiterbildungsangebots. Im Verlauf der Argumentation in diesem Aufsatz werden auch drei Thesen zum Zusammenhang von beruflicher Weiterbildung und Arbeitsmarkt vertreten: "(1) Durch berufliche Weiterbildung kann, sieht man von den Beschäftigungswirkungen bei den Weiterbildungsträgern ab - das Beschäftigungsniveau nicht nennenswert erhöht werden. Nur in Ausnahmefällen, wenn die Ausweitung der Produktion durch Qualifikationsengpässe begrenzt wird, kann die berufliche Weiterbildung dazu beitragen, dass die Zahl der Beschäftigten steigt. In der Regel wird durch berufliche Weiterbildung lediglich die 'Umlaufgeschwindigkeit' des Erwerbspersonenangebots beeinflusst. (2) Berufliche Weiterbildung kann die Arbeitsmarktsegmentation beeinflussen. Sie kann dabei sowohl verstärkend wirken (berufliche Weiterbildung für 'Rationlisierungsgewinner' in den Betrieben) als auch zur Milderung der Segmentationswirkungen beitragen (berufliche Weiterbildung von 'Rationaliserungsarbeitslosen' und 'Rationalisierungsduldern'). (3) Berufliche Weiterbildung wird erst in den 90er Jahren den geringeren Zufluss an Neuzugängen auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen haben. Erst dann wird der Bedarf steigen, das aktuelle Wissen, das im Schulsystem und in der Berufsausbildung vermittelt wird, durch berufliche Weiterbildung in die Belegschaften zu tragen. Dieses Bemühen wird wiederum von der Altersstruktur der Bevölkerung her unterstützend beeinflusst werden." (IAB2)

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