Familie als Vorsprung : kulturelles Kapital, Habitus und Milieus
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Abstract
Kulturelles Kapital oder Bildung ist ein Vermögen, das in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend bedeutsam geworden ist. Seit den 1950er Jahren ist ein Prozess vermehrter Bildungsbeteiligung bei gleichzeitigem Rückgang an un- und angelernten Erwerbstätigen zu beobachten, der in dem Begriff der Bildungsexpansion zusammengefasst worden ist. Wie ist es aber zu erklären, dass die sozialen Gruppen unterschiedlicher Herkunft nicht gleichermaßen an Bildung teilhaben? Was hindert die einen, was fördert die anderen? Ist es das Geld? Sind die Begabungen verschieden? Ausgehend vom Bourdieuschen Konzept des Habitus, nach dem Bildung nicht unmittelbar vererbt, sondern die Voraussetzungen für den Bildungserwerb weitergegeben werden, geht die Autorin auf die im Bildungssystem wirkenden Mechanismen der Abdrängung ein und zeichnet anschließend die verschiedenen Habitusmuster und Bildungsstrategien der verschiedenen Milieus nach. Abschließend diskutiert sie die Frage, wie der Prozess durchbrochen werden kann, in dem die herkunftsspezifische Ungleichheit reproduziert wird. Statt als Defizit zu behandeln und auszugrenzen, was jenseits hochkultureller Schemata liegt, sollte die Frage im Mittelpunkt stehen, wie die unterschiedlichen Aneignungsweisen der Milieus gefördert und integriert werden können. (BIBB)