Studieren ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung : Ergebnisse einer Befragung von Zulassungsbewerbern
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100963
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Abstract
"Das Bildungswesen durchlässiger gestalten, die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung herstellen, dies sind Forderungen, die in den letzten Jahren in der bildungspolitischen Diskussion immer wieder erhoben werden. Eine Möglichkeit dieser Forderungen zu genügen, ist gangbare Wege zum Hochschulstudium für Berufserfahrene ohne schulisch erworbene Hochschulreife zu schaffen. Die Untersuchung versucht folgende Fragen zu beantworten: Wer bemüht sich um einen Zugang? Wie schätzen die berufserfahrenen Bewerber die derzeit praktizierten Regelungen ein? Welche Erfahrungen haben sie im bisherigen Studium gemacht? Berufserfahrene, die sich in der jüngsten Vergangenheit um die Zulassung zu einem Studium bemühten, verfügen in der Regel über einen mittleren Bildungsabschluss, sind überwiegend weiblichen Geschlechts (65 %) und im Durchschnitt knapp 34 Jahre alt (Frauen: 35 Jahre; Männer: 32 Jahre). Seit dem Start ims Berufsleben (Beginn der Berufsausbildung) sind im Durchschnitt 16 Jahren vergangen bis die im Rahmen des Zulassungsverfahrens zu absolvierende Prüfung abgelegt wird (bei Frauen: 17 Jahre; bei Männern: 14 Jahre). Auffällig ist der relativ hohe Anteil von Zulassungsbewerbern, die einem sozialpflegerischen Beruf oder einem Gesundheitsdienstberuf nachgegangen sind. Quasi als Leitmotiv bei der Entscheidung, sich um einen Studienplatz zu bemühen, gelten für die Zulassungsbewerber die Aspekte "die persönliche Entwicklung vorantreiben" und "ein neues Ziel stecken". Aber auch die Unzufriedenheit mit der gegebenen beruflichen Situation, insbesondere geringe Aufstiegschancen, spielen eine erhebliche Rolle. Das durchlaufene Zulassungsverfahren wird nicht immer als angemessen empfunden; immerhin 36 % der Bewerber, die eine Zulassung erhalten haben, halten das durchlaufene Verfahren für änderungsbedürftig. Die Einschätzung der Zulassungsbewerber, ob die im Berufsleben erworbenen Kenntnisse angemessen berücksichtigt werden, fällt sehr unterschiedlich aus. Sie variiert erheblich in Abhängigkeit vom durchlaufenen landesspezifischen Zulassungsverfahren und auch vom angestrebten Studiengang. Nicht alle erfolgreichen Zulassungsbewerber nehmen auch tatsächlich ein Studium auf. Von denen, die 1990 oder 1991 die Zulassung erworben hatten, waren im Herbst 1993 88 % iummatrikuliert. Der überwiegende Teil der studierenden Berufserfahrenen hat nach eigener Einschätzung keine grösseren Probleme mit dem Studium. Aber immerhin 18 % haben bereits ernsthaft erwogen, das Studium wieder aufzugeben. Nach den verfügbaren Daten lässt sich schätzungsweise feststellen: Die Zahl der jährlichen Studienanfänger wird durch die derzeit praktizierten Zugangsregelungen für Berufserfahrene um maximal ein halbes Prozent erhöht." (Autorenreferat, IAB-Doku)