Vier Thesen zur Reform des deutschen Ausbildungssystems
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Abstract
Jeder siebte junge Erwachsene oder knapp 1,5 Mio junge Menschen müssen ihr Erwerbsleben ohne eine Berufsausbildung beginnen. In jedem Jahr landen fast ebenso viele Jugendliche im beruflichen Übergangssystem wie in einer betrieblichen Ausbildung - knapp 80 Prozent der Neuzugänge von Jugendlichen ohne einen Schulabschluss und 50,8 Prozent der Jugendlichen mit einem Hauptschulabschluss. Muss unser vielgelobtes duales Berufsbildungssystem dringend reformiert werden, um gerade die jungen Menschen mit schwachen Schulabschlüssen besser zu qualifizieren? Die Autorin legt vier Thesen zur Reform des deutschen Ausbildungssystems vor: (1) In der Berufsausbildung nimmt die Bedeutung von systematischem Wissen im Vergleich zum Erfahrungswissen zu. (2) Wir brauchen mehr schulische Ausbildungen, um die Chancen der Jugendlichen zu verbessern, die jetzt im Übergangssystem landen. (3) Ausbildungsabbrüche ließen sich vermeiden, wenn es eine Durchlässigkeit zwischen schulischer und betrieblicher Ausbildung gäbe. (4) Wir brauchen mehr Flexibilität, weniger Spezialisierung bei den Ausbildungsberufen, um das Risiko von Arbeitslosigkeit und unterwertiger Beschäftigung zu verringern. (BIBB-Doku)