Über die Vereinbarkeit individueller Bildungsbedürfnisse und betrieblicher Qualifikationsanforderungen
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Abstract
Der Verfasser behandelt die Frage nach der Vereinbarkeit von betrieblichen Qualifikationsanforderungen und individuellen Bedürfnissen zunächst aus der Perspektive des Beschäftigungssystems. Ausgangspunkt ist die häufig vertretene Auffassung, das Bildungssystem und insbesondere "die Schule" seien den Herausforderungen ihrer Zeit nicht gewachsen, die nachwachsende Generation werde nur unzulänglich befähigt, die Anforderungen der Gesellschaft und im besonderen die der Betriebe zu erfüllen. Ein eindimensionaler Anspruchszusammenhang weist dem Bildungswesen die Aufgabe zu, im Beschäftigungssystem definierte Anforderungen zu erfüllen. Dabei wird Qualifikation als die Eignung des Menschen interpretiert, jeweils vorfindliche Arbeitsaufgaben zu erfüllen. Im zweiten Teil wendet er sich der Forderung zu, Bildungsarbeit an den Bedürfnissen Lernender zu orientieren. Zusammenfassend resümiert er, dass die Trennungslinie zwischen dem bildungspolitisch wie -praktisch Erwünschten und Kritikwürdigen nicht zwischen Technik und Ökonomie, nicht zwischen Betrieb und Beschäftigungssystem einerseits sowie individuellen Bildungsbedürfnissen oder Bildungssystem andererseits verläuft, sondern quer durch beide hindurch. Menschlichkeit und Bildung stehen Ökonomie und Technik nicht feindlich gegenüber. In dem Beitrag geht es nicht nur um die Kritik einseitiger Positionen und unzulässiger Deduktionen, sondern auch um den Versuch, den pädagogischen Stellenwert individueller Bildungsbedürfnisse und betrieblicher Qualifikationsanforderungen zu bestimmen. (BIBB2)