Verschiedene Blickwinkel: Kompetenz, competence, compétence - ein Begriff, drei Auffassungen
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Abstract
Der Beitrag vergleicht die Auffassungen zum Kompetenzbegriff und das Kompetenzverständnis in Deutschland, England und Frankreich und stellt die jeweiligen nationalen Charakteristika heraus. Hintergrund der deutschen Kompetenzdebatte bilden maßgeblich die Theorien von Baacke (1980) und Habermas (1990), nach deren Ansätzen Kompetenz die Fähigkeit des Individuums zur Generierung von Interaktion ist. Für den deutschsprachigen Raum ist daher die Orientierung an der beruflichen Handlungsfähigkeit und am Berufskonzept charakteristisch, die teilweise sogar in einer Ablehnung des Kompetenzbegriffs oder seiner völligen Vermischung mit den Begriffen Fähigkeiten und/oder Fertigkeiten gipfelt. Im Vergleich dazu ist für den angelsächsischen Raum die langjährige Debatte um die Relation von "competence" und "competency" prägend, die in Verbindung mit der rollenbezogenen gegenüber der arbeitsplatzbezogenen Auffassung von Kompetenz steht. Entscheidend für den Kompetenzbegriff im englischsprachigen Raum ist zudem die starke Orientierung an Arbeitsplatzanforderungen. Kennzeichnend für den französischen Raum ist die Orientierung an humankapitaltheoretischen Überlegungen, deren Kern weniger die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, sondern die Frage nach der Entwicklung von Humanressourcen ist. Gemeinsam ist allen Diskursen die Frage um die Relation zwischen Qualifikation und Kompetenz und den sich daraus ergebenden Anforderungen an die Konzeption von Bildungsgängen, ihre Erfassung und Bewertung sowie Förderung. (BIBB-Doku)