Vom Übergangssystem zum Übergangschaos - Schwellenprobleme in den neuen Bundesländern
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108408
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Nürnberg
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Abstract
Befunde von Studien des Zentralinstituts für Jugendforschung zeigen, dass bereits vor der Wende Jugendliche an der ersten Schwelle in zunehmender Zahl mit der Enttäuschung nicht erfüllter Berufswünsche zu kämpfen hatten. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Monate ist eine gänzlich neue Situation in der Berufsausbildung entstanden. Der Zusammenbruch des Staates zog und zieht massenhafte Zusammen- oder Einbrüche der Staatsbetriebe nach sich, die ja zu 65 % Träger der gesamten Berufsausbildung mit Theorie und Praxis waren. "In der Entwicklung der Berufsausbildung in Ostdeutschland steckt eine gewaltige Dynamik mit (noch) überwiegender Tendenz zum Ausbildungsplatzabbau, zur Schaffung von Behelfsaufbewahrung Jugendlicher in Vollzeitschulen ohne Berufsabschluss (BVJ, BGJ). Das geht einher mit der Suche der Träger der Berufsausbildung nach Möglichkeiten einer effektiven Lösung für die Jugendlichen und für die Wirtschaft. Eine solche scheint vor allem in der Schaffung von Ausbildungsplätzen an Vollzeitschulen mit Berufsabschluss zu liegen. Der blossen Verlagerung des Problems an die zweite Schwelle könnte mit einem entsprechenden Angebot an Arbeitsplätzen im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, Beschäftigungsgesellschaften, Dauerarbeitsplätzen in nicht konkurrierenden und nicht gewinnorientierten Betrieben entgegengewirkt werden. Gerade in Ostdeutschland bieten sich breite Betätigungsfelder für derartige Unternehmungen (z.B. Umwelt-, Verkehrswege- und Bausanierung). Eine andere Möglichkeit bestünde in der Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen für die Gründung marktwirtschaftlicher Unternehmen gerade auf diesen Gebieten." (IAB2)