Das Schulberufssystem: Restkategorie oder Innovationsfaktor der beruflichen Bildung?
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Abstract
"Die vollzeitschulische Berufsausbildung unterhalb des akademischen Niveaus nimmt einen zwiespältigen Status im deutschen Berufsbildungssystem ein. Traditionell gilt das Schulberufssystem gegenüber dem 'Königsweg' der dualen Ausbildung als 'zweite Wahl' oder gar als Residualkategorie des Ausbildungssystems." Mit der Einrichtung zahlreicher neuer vollzeitschulischer Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung leistungsschwächerer Jugendlicher hat das Schulsystem noch stärker den Status einer Ergänzungsschule und Pufferfunktion zum Abfangen fehlender Ausbildungsplätze im dualen System erhalten. Gegenüber dieser Statuszuweisung deutet sich eine Neupositionierung des Schulberufssystems an. "Wachstumsraten des tertiären Sektors und der Anstieg vollzeitschulischer Ausbildungsgänge rücken das lange vernachlässigte Schulsystem neu in den Blick. Zudem bietet das schulberufliche System für die Flexibilisierung und Durchlässigkeit der beruflichen Bildung erhebliche Reformoptionen, die für den Wandel des dualen Systems impulsgebend sind." Aus dieser Perspektive seien nicht länger historisch gewachsene Konkurrenzstrukturen, sondern zukunftsfähige Kooperationen und Synergien der unterschiedlichen Berufsbildungssysteme in Deutschland mit Blick auf europäische Anschlussfähigkeit zu stärken - so die Autorin. Ausgehend von einer systematischen Einordnung und der historischen Entwicklung der vollzeitschulischen Ausbildung zeigt sie in ihrem Beitrag Reformmodelle bzw. -optionen hinsichtlich Durchlässigkeit und Kooperation für das Gesamtsystem der beruflichen Bildung auf. (BIBB-Doku)