Der Übertritt vom Lernen zur Erwerbstätigkeit in Japan: Eine Deleuzesche Betrachtung zur Einebnung der Schwelle
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169214
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Abstract
Der reibungslose Übergang von der Schule zum Arbeitsplatz war einst ein international gepriesenes Kennzeichen Japans. Heute werben die Hochschulen in Japan in ihrem Überlebenskampf um Studenten mit reichhaltigen Programmen zum Erwerb von Employability und Unterstützung bei der Stellensuche. Für Oberbschulabgänger und ihre Eltern sind diese Angebote die entscheidenden Kriterien für die Wahl des weiteren Bildungsgangs. Auch in der Öffentlichkeit verbreitet sich die Ansicht, dass Studierende nicht ihren Studien, sondern eindeutig dem Beschäftigungssystem Priorität einräumen sollen. Die Folgen sind eine unbegrenzte Zunahme betrieblicher Ansprüche an die Schule und Auswirkungen auf Forschung und Lehre an den Hochschulen. Der Beitrag geht auf die Übergangsprobleme von Studierenden ein, die durch die Einebnung der Schwelle zwischen Schule und Arbeitsmarkt auftreten, und beleuchtet den Hintergrund der Schwierigkeiten in Anlehnung an Deleuzes Begriff der Kontrollgesellschaft. Die Schwierigkeiten liegen demnach in zwei Dilemmata: zum einen in der Zielsetzung der in den Hochschulen angebotenen Programme, allen Studierenden zur Anstellung in konventionellen Beschäftigungsverhältnissen zu verhelfen, und der Realität des Arbeitsmarktes. Das andere Dilemma besteht in der Auffassung des Subjekts im Rahmen der Karriereerziehung, die eine flexible Identität fordert und deren einzige Maßgabe der Arbeitsmarktbedarf ist. (BIBB-Doku)