Bürgerliche Berufe : zur Sozialgeschichte der freien und akademischen Berufe im internationalen Vergleich. Acht Beiträge
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123291
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Vandenhoeck und Ruprecht
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Göttingen
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Abstract
In den Beiträgen dieses Bandes geht es um Ärzte, Juristen, Ingenieure, evangelische Pfarrer im 19. und frühen 20. Jahrhundert: um Geschichte, besonders um die Akademisierung der verschiedenen Berufe, um die Ursachen des Prozesses, um die Ursachen und Kräfte, die ihn vorangetrieben haben. Dabei werden die Thesen der klassischen Professionalisierungssoziologie in Frage gestellt, indem nach dem Zusammenhang zwischen Professionalisierung und Bürgerlichkeit gefragt wird. Die Arbeitshypothese lautet, dass es je nach gesellschaftlichem und politischem Umfeld für die gebildeten Berufe zwei Möglichkeiten gab, eine höhere soziale und berufliche Stellung zu erreichen. Die eine beruhte auf der starken sozialen, politischen und wirtschaftlichen Einbindung der "Professionen" in die Formation Bürgertum im Rahmen einer relativ gut entwickelten bürgerlichen Gesellschaft. Die Stellung von Ärzten, Advokaten, Ingenieuren usw. beruhte somit auf "bürgerlichen" Strategien. Es handelt sich um Gruppen, die bürgerlich waren oder werden wollten. Die andere beruhte in erster Linie auf einer engen berufsbezogenen Strategie der Professionalisierung, mit der eine Höherstellung des Experten gegenüber dem Laien und eine gewisse Autonomie der Berufsgruppe angestrebt wurde. In der Geschichte überschneiden sich diese beiden Typen in vielfältiger Weise. (IAB2)