Bildungsarmut und Humankapitalschwäche in Deutschland
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127893
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Institut der deutschen Wirtschaft Köln
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Köln
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Abstract
Der Standort Deutschland sieht laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln seine internationale Wettbewerbsfähigkeit durch zunehmenden Fachkräftemangel und "Bildungsarmut" bei den Jugendlichen bedroht. Dies sei daran zu beobachten, dass nachfolgende Generationen nicht mehr durchweg besser qualifiziert seien als die aus dem Arbeitsprozess ausscheidenden. Der Anteil der Ungelernten stagniere auf hohem Niveau. Fast jeder zehnte Schüler eines Jahrgangs schaffe keinen Hauptschulabschluss, mehr als jeder fünfte Jugendliche scheitere in der Berufsschule. Die derzeitigen Mängel im Bildungssystem und die daraus resultierende Bildungsarmut führten zu hohen gesellschaftlichen Kosten und Nachteilen für die Betroffenen. Als "bildungsarm" oder "humankapitalschwach" kann der Anteil der Personen bezeichnet werden, der keinen höheren Sekundarabschluss aufweist oder nach dem PISA-Test zur Risikogruppe gehört und damit zur Aufnahme einer Ausbildung nicht befähigt ist. Für den Einzelnen bedeutet ein geringer Bildungsstand ein hohes Arbeitslosigkeitsrisiko und geringere Chancen auf ein hohes Einkommen. Die Studie, die eine bildungsökonomische und keine soziologische Herangehensweise verfolgt, untersucht systematisch, wie ausgeprägt die Bildungsarmut in Deutschland ist und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um diese zu verringern. Ausgehend von einer systematischen Bestandsaufnahme werden die individuellen und gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen von Bildungsarmut beschrieben und Einflussfaktoren für die Entstehung von Bildungsarmut untersucht und dargestellt, durch welche Fehlsteuerungen im Bildungssystem diese begünstigt werden. Abschließend werden Maßnahmen der Bildungspolitik und auch der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik zur Reduzierung von Bildungsarmut geprüft. (BIBB2)