Qualifikationsrahmen: Instrument der Zertifizierung und Steuerung beruflicher Bildungsprozesse
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Abstract
Der Beitrag diskutiert die möglichen Folgen des europäischen Qualifikationsrahmens für das deutsche Berufsbildungssystem. Entscheidend für die Frage, wie weitreichend die Auswirkungen durch den EQR sein werden, ist nicht zuletzt die konkrete Ausgestaltung des deutschen nationalen Qualifikationsrahmens. Das berufsbildungspolitische Kernproblem besteht aus deutscher Sicht vor allem darin, dass der EQR nur Teil eines u.a. mit dem Leistungspunktesystem ECVET und mit der Akkreditierungsdebatte verknüpften zentralen Programmpaketes darstellt, das erstens einem grundlegend anderen Kompetenzkonzept folgt und welches damit das deutsche Modell beruflicher Handlungskompetenz und das damit eng verbundene Berufskonzept konterkariert, und zweitens einer grundlegend neuen Steuerungslogik folgt. In der deutschen Debatte wird es künftig darum gehen müssen, wie die beschriebenen Risiken einer grundlegenden Neoliberalisierung (Steuerungslogik) und der Taylorisierung (Auflösung berufliche verfasster und ganzheitlicher Qualifizierungsstrategien) vermieden und dennoch die enthaltenen Chancen und Potenziale - die strukturelle Flexibilisierung der Berufsausbildung und die Modularisierung als Teilstrategie im Übergangssystem - trotz aller systembezogenen und berufsbildungspolitischen Probleme fruchtbar gemacht werden können. (BIBB-Doku)