Das Verhältnis der Naturwissenschaftler und Ingenieure in der Grosschemie zur ökologischen Industriekritik
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108751
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Abstract
"Die Untersuchung geht von der zentralen Annahme aus, dass mit der Frage, welche 'Vernunft' die Naturwissenschaftler und Ingenieure in der von aussen kommenden Chemiekritik am Werke sehen, eine wesentliche Bedingung ihrer Bereitschaft zur Kommunikation mit den Aussenkritikern erfasst wird. Unsere Ausgangsvermutung ist, dass die in der Grosschemie beschäftigten Naturwissenschaftler und Ingenieure als Träger einer etablierten 'industriellen Rationalität' angesehen werden können, in der sie durch Ausbildung und Beruf sozialisiert wurden, in die naturwissenschaftliche, technische und ökonomische Elemente eingehen und die sich überdies mit einem spezifischen, an ihrem hierarchischen Status in der Industrie hängenden Produzentenbewusstsein verbindet. Zu dieser Rationalität befindet sich der Anspruch der ökologischen Öffentlichkeit auf (chemie- )kritische Vernunft in beträchtlicher Spannung. Aufgrund unterschiedlicher selektiver Problemwahrnehmungen kommt es bei den Naturwissenschaftlern und Ingenieuren zu unterschiedlichen Bewältigungsformen, die von affirmativer Selbstabschottung - einer 'Wagenburgmentalität' - bis zur Anerkennung einer gleichberechtigten anderen Rationalität reichen." (Autorenreferat)