Vom Vergessen der Einflüsse: Vermeintliche Selbstbestimmung bei der Interessegenese

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Abstract

"Offenbar verbreitet erscheint uns die Annahme, dass Interesse von innen, aus sich selbst heraus, also selbstbestimmt entstünde. Diese Annahme wird hier einer empirischen Analyse unterzogen. Das Ergebnis zeigt, dass Interessen zwar selbst bestimmt ausgewählt zu sein scheinen, doch zeigen die Berichte die enge Verbindung zur sozialen Schicht und zur Erfahrungswelt - mithin also zu fremden Einflüssen. Das dahinter stehende Vergessen sozialer Einflüsse ist genuines Merkmal des Habitus im Sinne Bourdieus. Ergo prüfen wir am Material, inwiefern wir es mit habituellen Charakteristika bei der Interessegenese zu tun haben." (Autorenreferat)
Anke Grotlüschen und Judith E. Krämer nehmen in ihrem Beitrag die lernenden Individuen selbst in den Blick und arbeiten die Genese von deren Bildungs- und Lerninteressen heraus. Über eine konstruktive Verknüpfung von interessenstheoretischen Traditionen und habitustheoretischen Konzepten machen sie deutlich, dass Bildungsinteressen zwar als durchwegs selbstbestimmt erlebt werden, aber dennoch stark in den Sozialisations- und frühen Bildungserfahrungen der Lernenden verwurzelt sind. (Hrsg., BIBb-Doku)

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