Schulabsentismus : Anmerkungen zu Theorie und Empirie einer vermeintlichen Randerscheinung
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Abstract
"Der Aufsatz beschäftigt sich mit der Deskription und Erklärung unerlaubten Fernbleibens Jugendlicher von der Schule (Schulabsentismus). International sind dazu in den letzten Jahren einige wichtige konzeptuelle und empirische Arbeiten entstanden. Sie bedingen, das Schulschwänzen in einen neuen Kontext zu stellen und seine vielfältigen Erscheinungsformen aus der Etikettierung als 'harmloser Regelverstoß' herauszulösen. Traditionelle Erklärungen, wonach Schulabsentismus in erster Linie mit einem ungünstigen sozialen Hintergrund und mit Leistungsschwäche resp. niedriger Intelligenz einhergehe, sind ebenso brüchig geworden wie die Überzeugung, es handle sich um ein individuell verantwortetes Problem, auf das die Institution Schule nur einen geringen Einfluss ausüben könne. In diesem Aufsatz wird diskutiert, inwiefern zwischen Schulabsentismus und Schulqualität Zusammenhänge insofern bestehen, als Schulen an der Herausbildung und Verfestigung respektive an der Minimierung schulabsenter Verhaltensformen beteiligt sind und dass auch hohe Intelligenz oder günstige individuelle Bedingungsvariablen damit einhergehen können. Solche Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Konzeption einer Schweizer Längsschnittstudie, deren Forschungsidee abschließend vorgestellt wird." (Autorenreferat)