Impulse aus dem Modellversuch GAB für das Neuordnungsverfahren "Industriekaufmann/-frau

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Abstract

"Geschäfts- und Arbeitsprozessorientierung als Leitbild in der Neuordnung Industriekaufleute werden schon seit 1996 diskutiert. Der Prozessgedanke wird als hilfreich für die Neuordnung angesehen, weil er den Ablaufprozess im Unternehmen in den Mittelpunkt stellt. Kaufleute werden in Zukunft in besonderer Weise damit beschäftigt sein, Teilprozesse in sich und zueinander zu optimieren und diese in den unternehmerischen Gesamtprozess zu integrieren. Für die Bewältigung dieser Anforderungen ist ein hohes Maß an Prozesswissen und Systemdenken erforderlich. Der Verfasser setzt sich mit dem Konzept der 'Kernberufe' auseinander, das jene Öffnung zu betrieblichen Bedingungen der organisationalen Verflechtung von Produktion und Administration einerseits und Optimierung laufender Prozesse andererseits vorsieht. Kritisch setzt er beim traditionellen "Allround-Kaufmann" an, der einem universell einsetzbaren Sachbearbeiter entspricht. Die zerstückelten Zuständigkeiten der früheren Arbeitsteilung sollen durch die moderne Prozessorientierung überwunden werden. Die Schwierigkeit besteht nun darin, daß es einen "Prozesskaufmann" nicht geben kann und insofern die Diskussion noch nicht abgeschlossen ist, vielmehr zunächst nur die Chance eröffnet, durch die curriculare Reservierung eines "betrieblichen Fensters" die realen Prozesse in die Ausbildung hineinzuholen, was dem Konzept von und dessen Realisierung in GAB sehr nahe kommt." Der Beitrag skizziert den längst überfälligen Neuerungsbedarf in der Industriekaufleute-Ausbildung und den Stand des Neuordnungsverfahrens. Geschäftsprozesse sollen Bauprinzip des neuen Berufsbildes sein. Dabei geht es um einen Paradigmenwechsel. Der Arbeitsplatz definiert sich nicht mehr primär nach betrieblichen Funktionen, sondern nach Geschäftsprozessen. Vor diesem Hintergrund ist die Neuordnung der Ausbildung zu gestalten, an dessen Ende ein betriebs- und branchenneutrales Berufsbild entsteht auf einer deutlich abstrakteren Handlungsebene hinsichtlich der Frage Geschäftsprozess, Ausbildungsgestaltung wie auch integrierter Bildungsplan. (BIBB2)

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