Weiblich oder kompetent? : Der Pflegeberuf im Spannungsfeld von Geschlecht, Bildung und gesellschaftlicher Anerkennung
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14754
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Huber
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Bern
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Abstract
Pflege ist ein Frauenberuf. Ihre im Vergleich zur Medizin niedrige soziale Anerkennung hängt u. a. damit zusammen, dass die umsorgenden und psychosozialen Aufgaben der Pflege häufig als hausarbeitsnah und nicht als "richtige", männlich konnotierte Berufsarbeit wahrgenommen werden. Bei Pflegenden wird ein "weibliches Arbeitsvermögen" vorausgesetzt, das einer versachlichenden Medizin entgegenwirken soll. Die Verfasserin vertritt demgegenüber die Ansicht, dass die Schlüsselqualifikationen der Pflege sehr wohl systematisch erlernbare berufliche Kompetenzen sind. Sie fordert, die Pflege müsse sich entscheiden, ob sie "weibliche" Quasi- Hausarbeit bleiben oder ob sie ihre Vorstellung von beruflicher Kompetenz unabhängig vom Geschlecht durchsetzen wolle. Das erste Kapitel der Untersuchung befasst sich ganz allgemein mit der ungleichen Chancenverteilung und dem unterschiedlichen Ansehen von Arbeit in dieser Gesellschaft. In Kapitel zwei wird am Beispiel der unterschiedlichen Entwicklungen von medizinischer und pflegerischer Ausbildung aufgezeigt, wie der Faktor Bildung zu einem Ab- und Ausgrenzungsmittel in bezug auf soziale Teilnahme, gesellschaftlichen Einfluss und arbeitsbezogene Autonomie geworden ist. Die Kapitel drei und vier beinhalten eine empirische Untersuchung von Berufsverläufen sowie die Ergebnisse einer Befragung über die Berufsfindungsprozesse. Abschliessend wird analysiert, welche Möglichkeiten der Kompetenzausübung im Bereich der Pflege existieren. (BIBB2)