Grenzüberschreitungen Stillstand und Bewegung in der Gesellschaft
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13099
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Dietz
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Bonn
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Abstract
Das Jahrbuch zeigt, daß die am weitesten reichenden gesellschaftlichen Veränderungen in aller Regel durch Grenzüberschreitungen und in Grenzbereichen verschiedener gesellschaftlicher Felder entstehen. Beispiele hierfür sind Politik und Kultur; Wissenschaft, Technik und Gesellschaft; Wirtschaft und Politik. Aus dem Verhältnis von globalisierter Wirtschaft, Nationalstaat und Gesellschaft entstehen Probleme der Unregierbarkeit gesellschaftlicher Prozesse (Edgar Grande). Die Institution des Sozialstaates ist durch Globalisierungsprozesse tiefgreifenden Veränderungen unterworfen (Egon Matzner). Die internationale Finanzpolitik schwächt, sofern sie nicht reguliert wird, Demokratisierung und soziale Sicherheit (Elmar Altvater). Wie Politik in derartig turbulenten Entwicklungen möglich ist, zeigen Claus Offe, Wolfgang Nowak (Leiter der Grundsatzabteilung im Bundeskanzleramt), Michael Müller, MdB sowie Klaus Lang, Abteilungleiter beim Vorstand der IG Metall. Ein eigenes Kapitel ist dem Verhältnis von Sozialwissenschaft und gesellschaftlicher Entwicklung gewidmet: Hans und Ingrid van Beinum (Schweden) stellen am Beispiel der Aktionsforschung dar, wie Sozialwissenschaft, wenn sie sich auf einen Dialog mit der Praxis einläßt, nicht nur demokratisch, sondern auch praktisch wirksam wird. Ulrich Beck entwickelt zusammen mit Wolfgang Bonß und Christoph Lau ein sozialwissenschaftliches Konzept zum Verständnis der zweiten, reflexiven Moderne, das neben wissenschaftstheoretischen auch konzeptionelle Elemente enthält. Im Besprechungsteil finden sich Sammelrezensionen zur Demokratisierung Europas sowie zum aktuellen Stand der neurobiologischen Forschung und ihren gesellschaftlichen Konsequenzen. In der Literatur zur Hirnforschung werden weitreichende Veränderungen auf einer Vielzahl gesellschaftlicher Felder (Rechtsprechung, Erziehung, Selbstbestimmung und Selbstverständnis des Menschen) diskutiert, die sich aus modernen Erkenntnissen neurobiologischer Forschung ergeben könnten." (Autorenreferat)