Langzeitarbeitslosigkeit und Bewältigungsstrategien
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Berlin
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Abstract
Arbeitslosigkeit ist in Deutschland zu einem nationalen Problem mit neuen qualitativen und quantitativen Dimensionen geworden; in Ostdeutschland stellt sie sich noch gravierender dar, denn der allgemeine Beschäftigungsabbau wird hier überlagert durch den umbruchbedingten, oft ersatzlosen Arbeitsplatzverlust in Grössenordnungen. Massenhafte Dequalifikation, verbunden mit wachsender Langzeitarbeitslosigkeit können zu politischen Destabilisierungserscheinungen, zu einem enormen Druck auf das Sozialsystem und zu negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland führen. So ist die Erhaltung von Qualifikationspotentialen nicht nur für die Sicherung der Arbeitsfähigkeit notwendig, sondern es steht der Erhalt der Lebenstüchtigkeit des Individuums und der Gesellschaft auf dem Spiel. Mit den bisherigen Möglichkeiten des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG) und anderen Strategien der Arbeitsmarktpolitik ist dieses Problem jedoch nicht mehr zu bewältigen. Deshalb ist es Anliegen dieser Untersuchung, auf der Grundlage einer Analyse von endogenen Potentialen einer Region Alternativen für die Erhaltung und Entwicklung von Qualifikationspotentialen in einer strukturschwachen, ländlich geprägten Region zu benennen und ein Grundmodell zur Vernetzung regionaler Potentiale mit den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten zu entwerfen, das möglicherweise Verallgemeinerungen für die effektive Arbeitsmarktpolitik ähnlich strukturierter Gebiete im europäischen Rahmen zulässt. Als denkbare Strategien werden die folgenden benannt: (1) Finanzierung der arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien entsprechend den Erfordernissen des Arbeitsmarktes, (2) Dezentralisierung und Erweiterung der regionalen Zuständigkeiten, (3) Stärkung der Bundesanstalt für Arbeit als Dienstleistungsbehörde, (4) stärkerer Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente für die Entwicklung des ersten Arbeitsmarktes, (5) Ausweitung der öffentlich subventionierten Beschäftigung. (BIBB2)