Durchlässigkeit und Anrechnung aus der Sicht der Arbeitsmarktforschung
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135603
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Abstract
Werner Dostal erörtert die Entwicklung im Verhältnis von Bildungsaktivitäten und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das einstige Zusammenspiel von Ausbildungs- und Berufswahl hat sich dahingehend verändert, dass in der heutigen Zeit der Qualifikationsstand die Verhandlungsposition auf dem Arbeitsmarkt beeinflusst und nicht mehr auf eine bestimmte Tätigkeit hinausläuft. Dabei rückt die individuelle Bildungsökonomie in den Blickpunkt und verstärkt die Forderungen nach Durchlässigkeit und Anrechnung der Qualifizierungswege. Im Beitrag werden einige Aspekte im Zusammenspiel von beruflicher Bildung und Beschäftigung angeführt, die mit Blick auf Durchlässigkeit und Anrechnung relevant sind: Vielfalt der Lernorte, Spezialisierung und Halbwertzeit beruflicher Qualifikationen, zerklüftete Bildungs- und Erwerbsbiografien, Absicherungsmentalität der Individuen, Akkreditierung und Rating, Zertifizierung von Erfahrungswissen, "Joker"-Mentalität der Arbeitgeber, Absicherungsmentalität der Personalfachleute. Der Autor zieht das Resümee, dass Durchlässigkeit und Anrechnung Elemente der Bildungsökonomie sind und dass in Deutschland dieser Forschungszweig im Unterschied zu anderen Ländern immer im Schatten der institutionellen Bildungsökonomie gestanden hat und hier eine neue Schwerpunktsetzung erforderlich ist. Im Bildungssystem praktizierte Durchlässigkeit und Anrechnung müssen Arbeitsmarktakteuren überzeugend vermittelt werden, sonst behalten sie das "Odium des Etikettenschwindels". Ein allgemeiner breit anwendbarer Kompetenzbegriff kann nicht festgelegt werden. Seine arbeitsmarktrelevante Bedeutung ist bislang wesentlich vernachlässigt worden. (Hrsg., BIBB-Doku)