Individualisierung in der betrieblichen Berufsausbildung: Entwicklungslinien und neue Ausbildungsmodelle
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Abstract
"Individualisierung als regulative Idee in der betrieblichen Berufsausbildung hat sich in der Ausbildungspraxis kaum etabliert; im Schnittfeld unterschiedlicher Interessen haben i. d. R. Geschäftsprozesse Vorrang. Leistungsschwächere - und damit auch die Herausforderung einer ihnen angemessenen Förderung - wurden in den letzten Jahren zunehmend in die außerbetriebliche Berufsausbildung oder in Maßnahmen des Übergangs verdrängt. Mit der Diskussion über den Fachkräftemangel - und mit der Inklusionsdebatte - gerät diese Praxis in die Kritik. Die Idee der Individualisierung wird unter neuen Vorzeichen wiederbelebt; entsprechende Konzepte bieten die Chance, Heterogenität innerhalb des Systems der dualen Ausbildung zu bewältigen. Im Beitrag werden neue kooperative Ausbildungsmodelle vorgestellt, mit denen es gelingt, Interessengegensätze zu überwinden und junge Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen erfolgreich betrieblich auszubilden. Die assistierte Ausbildung und die Auftragsausbildung erweitern die Perspektive der Individualisierung und beziehen sie auf die Auszubildenden wie auch auf die jeweiligen Betriebe. Bildungsträger kommen als dritte Partner in die duale Ausbildung, sie agieren als Dienstleister für beide Seiten, bringen Ansätze der individuellen Förderung aus der Benachteiligtenförderung in die betriebliche Ausbildung ein und unterstützen die Entwicklung von Ausbildungsqualität." (Autorenreferat, BIBB-Doku)