Wenn Zeiten sich wenden – von der Friedensdividende hin zur „Kriegstüchtigkeit“ : Perspektiven auf den Arbeitsmarkt: Branchen und Berufe

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Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung [Herausgebendes Organ]

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Osnabrück

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BIBB-Mitarbeiter

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Abstract

„„Kriegstüchtigkeit“ oder auch „Verteidigungsfähigkeit“ wird hier als die Fähigkeit verstanden, glaubwürdige Abschreckungsfähigkeit herzustellen und zu erhalten. Der Umbau der Bundeswehr fällt in eine Phase sich überlagernder, komplexer Herausforderungen. Es stellt sich die Frage, wie diese möglichst kongruent zu lösen sind. Die Friedensdividende der Vergangenheit (1985 bis 2021) mit rund 1500 Mrd. Euro lässt die Wucht der Aufgabe erahnen, „Kriegstüchtigkeit“ oder auch „Verteidigungsfähigkeit“ in Zukunft wiederherzustellen. Eine Rückkehr zu Altgewohntem, also zu den Bedingungen des Kalten Krieges, ist nicht möglich: Weder sind die Ressourcen des Staates noch der Unternehmen dazu in der Lage, auch weil die Rekrutierungspotenziale wie in den 80er Jahren heute nicht gegeben sind. Die Bundeswehr ist aus Sicht des Arbeitsmarktes eine hybride Einrichtung: Zum einen wird Personal benötigt, zum anderen wird auch umfangreich ausgebildet (u. a. an den Bundeswehr-Hochschulstandorten). Damit ist sie eine der wenigen Bildungseinrichtungen des Bundes, die vom Bund direkt adressiert werden kann. Sie kann so auch zur Beseitigung von Fachkräfteengpässen in zivilen Bereichen herangezogen werden. Die Berufsbilder der Bundeswehr sind vielfältig und sie treffen auf Fachkräfteengpässe im zivilen Arbeitsmarkt. Das lässt erwarten, dass die aktuellen Besetzungsprobleme auch in Zukunft bleiben. Die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt wirken auf die Bundeswehr und ihren Auftrag nicht nur direkt (z. B. fehlende Soldat:innen), sondern auch indirekt (z. B. fehlende Personen für die Anfertigung und Wartung von Fahrzeugen). In einem aktuell durch Arbeitskräfteengpässe geprägten Arbeitsmarkt ist die Besetzung von Stellen wegen der Konkurrenz mit anderen Arbeitsstätten eine Herausforderung. Viele der benötigten Arbeitskräfte sind mittelfristig in Fokusberufen mit Engpässen verortet. Die „Kriegstüchtigkeit“ kann nicht allein durch die Bundeswehr hergestellt werden. Wegen der erheblichen Mittelbedarfe sind die „Wertschöpfungsfähigkeiten“ der Volkswirtschaften in Deutschland und Europa zu verbessern. Voranzutreiben sind ein schonender Ressourceneinsatz und sichere wie auch faire Handelsabkommen. Verhaltensänderungen nicht nur des Staates, sondern auch der Unternehmen und ebenso der privaten Haushalte können unterstützend wirken. Außerdem sind die Folgen für die Regionen zu beachten. […] Aufgrund der Dimensionen bezogen auf Finanzvolumina und die Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze ist die Wende in der Verteidigung von ähnlichem Einfluss auf den Arbeitsmarkt wie die Energiewende und bedarf einer ähnlichen Aufmerksamkeit. Der Beitrag beleuchtet die Herstellung einer Verteidigungsfähigkeit aus dem Blickpunkt des Arbeitsmarktes. Die durchgeführten Analysen berücksichtigen nicht eine Wiedereinführung der Wehrplicht.“ (Autorenreferat; BIBB-Doku)

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