Bewertung, Wertgebung, Inwertsetzung von Wissen - Jonglieren mit "Black-Boxes"?
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Abstract
"Der Beitrag greift die Frage der Inwertsetzung im Bereich von Erziehung, Bildung und Wissen auf. Eine Schwierigkeit der Analyse von Bewertung in diesem Bereich besteht darin, dass eine Vielzahl von Konzepten, Theorien, Positionen oder Diskursen bereits in ihren Bedeutungen Bewertungselemente enthalten. Als Beispiele nennt der Autor die Konzepte der Bildungsexpansion, die Unterscheidung von Humboldt-Modell gegenüber Massenuniversität oder aber die Zuweisung von Erfahrungswissen als konzeptionelle Grundlage für die Berufsbildung und des theoretisch-systematischen Wissens für die Hochschulbildung. Die dahinter liegenden Wissensordnungen bleiben meist verdeckt. Die Etablierung von Qualifikationsrahmen ist ein anderes Beispiel, in dem Objektivierungsprozesse für die Vergleichbarkeit von Qualifikationen zwar direkt angestrebt werden, jedoch im Prozess durch die latent ablaufenden sozialen Bewertungsprozesse unterlaufen werden. Als Beschreibungen dieser Vorgänge wählt Lassnigg den Begriff des 'Jonglierens'. Er charakterisiert das unabgeschlossene 'in Bewegung-Halten' der Bewertungsvorgänge der Akteure. Die tatsächlichen Inwertsetzungen finden in einer Black Box statt, in der das Wissen sich befindet und gewisser Weise unsichtbar bleibt." (Hrsg., BIBB-Doku)