Lernerfahrungen im Fokus erwachsener Lerner
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Abstract
Wenn Schüler, Lehrer und Eltern Lehr- und Lernsituationen beurteilen, kann es zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen kommen, ob diese Situationen von guter oder schlechter Qualität sind. Diese möglichen Konflikte zwischen subjektiven Einschätzungen und/oder wissenschaftlichen Maßstäben werden im Beitrag diskutiert. In der vorgestellten Untersuchung wurde erkundet, welche subjektiven Vorstellungen bei Schülern, Eltern und Lehrern für gelungenes und misslungenes Lernen zugrunde liegen. Für einen möglichst offenen Zugang zu den Sichtweisen der Befragten wurde der Ansatz der Grounded Theory gewählt. Als zentrale wissenschaftliche Vergleichsgröße wurden die zwölf Gelingensbedingungen von Unterricht von Brophy herangezogen. Im Unterschied zu dieser amerikanischen Perspektive, bei der das Unterrichtshandeln danach beurteilt wird, wie der Lehrer agiert, interessiert hier im Besonderen das zu unterrichtende Subjekt. Im vorliegenden Artikel liegt der Fokus auf den Aussagen der Erwachsenen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der subjektive Aspekt für die Beschreibung von gelungener und misslungener Lehr-Lernsituation von Bedeutung ist und somit ein zeitgemäßer Unterricht stärker die Rolle des Subjekts berücksichtigen und individualisierter gestaltet sein muss. In den Aussagen wird außerdem deutlich, wie wichtig Schülerorientierung als Gestaltungsprinzip des Unterrichts ist. Zusätzliche Gelingensbedingungen sind die Gestaltung der Rahmenbedingungen. Aus den vorliegenden Befunden können mögliche Impulse für die Gestaltung der Lehrerbildung abgeleitet werden. (BIBB-Doku)