Welche Allgemeinbildung?
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Abstract
"Das Berufsbildungsgesetz führt zur Einordnung der Gesundheitsberufe ins übrige Berufsbildungssystem. Die Verantwortlichen müssen sich deshalb klar werden über die Bedeutung von Allgemeinbildung in ihren Ausbildungsgängen. Allgemein bildende Fächer haben in den Ausbildungen der Gesundheitsberufe bisher gefehlt. Implizite Formen der Allgemeinbildung finden sich auf inhaltlicher Ebene etwa in der hohen Bedeutung, die der Themenbereich "Kommunikation" in den Curricula einnimmt. Auf konzeptioneller Ebene findet sich eine implizite Orientierung an Allgemeinbildung in den seit 1992 in die Ausbildungsbestimmungen übernommenen Schlüsselqualifikationen. Für die kommenden Diskussionen sind vier Aspekte zu berücksichtigen: 1. Allgemeinbildung muss in den Ausbildungen der Gesundheitsberufe nicht neu aufgebaut werden; vielmehr sind die impliziten Gehalte der Allgemeinbildung in einen formalisierten Rahmen einzubauen. 2. Gesundheit ist nicht ausschliesslich ein privates Gut, welches erhalten, gefördert und wieder herzustellen ist. Stärker sollte Gesundheit in seinen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Bedingungen dargestellt und die eigene Berufstätigkeit in diesem Rahmen verstanden werden. 3. Inhalt und Ziele der Allgemeinbildung sind berufsfeldbezogen zu differenzieren. Dabei gebührt der Interdisziplinarität hohes Gewicht. 4. Eine Besonderheit der Gesundheitsberufe ist die Zweistufigkeit ihrer Ausbildungen mit Abschlüssen auf der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe. Die Allgemeinbildung ist so zu gestalten, dass sie beide Stufen übergreift und im Hinblick auf die Berufsmatura durchlässig ist." (Autorenreferat)