Diplom-Pädagoge: Wider dem Märchen vom Defizit-Beruf
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108263
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Abstract
Der Artikel stellt einige zentrale Ergebnisse einer 1988 durchgeführten schriftlichen Befragung von Diplom-Absolventen der Studienrichtung Sozialpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg vor (versandte Fragebögen: 335; Rücklaufquote 33,4%). Die Aussagen zu Berufstätigkeit, Berufseinmündung, Arbeitsfeldern, Einkommens- und Planstellensituation von Diplom- Pädagogen "widerlegen das Vorurteil vom Defizit-Beruf". Zu einer "generellen Jammerperspektive" besteht kein Anlass. "Unter den Vorwürfen an die Adresse "des Diplom-Pädagogen" hat allein die Aussage, es fehle an Planstellen, durch die Studie eine Bestätigung erfahren. Nur etwa ein Fünftel besitzt zum Zeitpunkt der Befragung eine originäre Diplom-Pädagogen-Stelle und kaum jeder Zweite erhält - infolge des Planstellenmangels - eine seiner Ausbildung angemessene Vergütung. Das heisst aber keineswegs, dass die befragten Absolventen nicht adäquat eingesetzt wären. Die Untersuchung sieht vielmehr einen Grossteil Lehr-, Leistungs-, Beratungs- und vereinzelt auch Forschungstätigkeiten verrichten, Aufgaben, die Studienkonzeption wie Ausbildung entsprechen. Die Existenz von Diplom-Pädagogen erweist sich für die Arbeitgeberseite als Glücksfall: Sie leisten einerseits anspruchsvolle, erfolgreiche, praktisch qualifizierte und zugleich wissenschaftlich fundierte Arbeit, werden andererseits (zu) häufig nicht auf Akademikerniveau, sondern wie Sozialpädagogen und manches Mal gar, besonders beim Berufsstart, wie Erzieher bezahlt." (IAB2)