Fabrikinspektoren und Berufsbildungsreform im Kaiserreich. Eine berufspädagogisch-historische Untersuchung zur industriellen Lehrlingsfrage in der Zeit von 1876 bis 1918
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116822
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Raabe
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Wuppertal
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Abstract
Die Industrialisierung in Deutschland führte zu weitreichenden Veränderungen der Betriebsverhältnisse, Arbeitsformen und Berufsstrukturen. Entgegen der Erwartung, dass die industrielle Produktion einen ihrer Spezifik angepassten Qualifikationsbedarf erzeugen müsste, lag der Massstab für arbeitsrelevante Fertigkeiten und Kenntnisse zunächst bei handwerklichen Vorgaben. Unbeeindruckt von den strukturtypischen Differenzen zwischen handwerklichen und industriellen Produktionsformen überdauerten traditionelle, vom Handwerk geprägte Standards die Berufsausbildung. Daraufhin setzte sich der Staat seit 1870 zunehmend für die fabrikeigene Lehrlingsausbildung ein. Fabrikinspektoren lieferten zur Vorbereitung einer Berufsbildungsreform Berichte über die fabriktypische Ausbildungspraxis. Diese Inspektorenberichte verdeutlichten die Folgen der defizitären Lehrlingsausbildung, so dass die Unternehmen begannen, Ausbildungskonzepte zu entwerfen. Die vorliegende Dissertation untersucht diese Entwicklung im Kaiserreich mitsamt ihren gewerbe- und ausbildungspolitischen Hintergründen und ihren Folgen für das industrielle Lehrlingswesen.