Bildung als lebenslanger Prozess
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Abstract
"Bildung ist in modernen Gesellschaften zu einem lebenslangen Prozess geworden. In der empirischen Bildungsforschung sind daher die fünf Prinzipien der Lebensverlaufsforschung, wie sie von Glen H. Elder formuliert wurden, von größter Bedeutung: (1) Die Fokussierung auf langfristige Bildungsprozesse über die individuelle Lebensspanne hinweg, (2) die Betrachtung individueller Bildungsverläufe in ihrer institutionellen und sozialen Einbettung (nicht nur in formalen Bildungsinstitutionen, sondern auch in nonformalen/informellen Kontexten wie der Familie, Peergruppen und anderen sozialen Netzwerken), (3) die Untersuchung von bildungsrelevanten Entscheidungsprozessen und damit verbunden die Idee von aktiv Handelnden und planenden, kreativen und selbstbestimmten Akteuren, (4) die Analyse der Zeitstruktur und des Timings von Bildungsereignissen und -übergängen und ihrer Auswirkungen auf die späteren Bildungsverläufe und Bildungschancen sowie (5) die konzeptionelle Unterscheidung von Alters-, Kohorten- und Periodeneffekten. Das vorliegende Kapitel diskutiert die Bedeutung dieser fünf Prinzipien für die Konzeption, das Design und die Analysepotentiale des Nationalen Bildungspanels. Im Kontext dieser Prinzipien werden die methodologischen Vorteile von Längsschnittdaten im Bereich der Bildungsforschung formuliert, wie sie im Nationalen Bildungspanel gewonnen werden können. Mit Hilfe von Paneldaten lassen sich Wachstum und Entwicklung im Lebenslauf beschreiben und kausale Beziehungsstrukturen über längere Zeitspannen hinweg untersuchen." (Autorenreferat, BIBB-Doku)