Zur Diskussion um die Hauptschule
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Abstract
Die Volksschule, die 1964 durch Beschluss der KMK im sog. "Hamburger Abkommen" in Grund- und Hauptschule umbenannt wurde, wird heute in ihrem Bestandteil der Sekundarstufe I in Frage gestellt. Vor dem Hintergrund eines ständig steigenden Anteils an Realschülern und Gymnasisten ist die Hauptschule von den Zahlen her zu einer "Restschule" geworden: Schule für "soziale und ethnische Minderheiten" lautet eine der üblichen Typisierungen. Die Diskussion um Auflösung oder Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems bezieht sich in der Regel auf Selektionsentscheidungen von Eltern und, damit zusammenhängend, auf Qualifikationsnachfragen der Wirtschaft und individuelle Bildungschancen. Erziehungs- und Fsozialwissenschaftliche Begründungen spielen in der aktuellen Diskussion um äussere Strukturreform des Schulwesens, im Gegensatz zu früheren Auseinandersetzungen, keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Die Frage aber stellt sich, ob Gesichtspunkte, die nicht genuin pädagogischer Natur sind, allein schon die Abschaffung dieser Schulform legitimieren können. (Verlag).