Exit statt Voice : vorzeitige Lösung von Ausbildungsverträgen in der dualen Berufsausbildung
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177321
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Göttingen
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Abstract
Eine Studie des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) versucht zu erklären, warum viele Ausbildungsverträge zwischen Jugendlichen und Betrieben vorzeitig gelöst werden und welche Maßnahmen gegen Ausbildungsabbrüche ergriffen werden sollten. Demnach ist einer der Hauptgründe für Konflikte am Ausbildungsplatz eine mangelnde oder misslungene Kommunikation zwischen Auszubildenden und Betrieben. Ferner sind es gerade Klein- und Kleinstbetriebe, die einerseits fast die Hälfte aller Ausbildungsplätze stellen, jedoch oft unter hohem wirtschaftlichem Druck stehen und wenige Ressourcen verfügen, um die betriebliche Ausbildung erfolgreich und nachhaltig zu gestalten. Auch ist für Jugendliche die Zeit der Ausbildung eine große Umstellung in einem schwierigen Alter. Hinzu kommt der Studie zufolge, dass mangelnde Kommunikation zum Eindruck mangelnder Wertschätzung führe. Erstmals wurden für eine derartige Untersuchung systematisch Ausbildungsbegleiter befragt, die als externe Vermittler sowohl Jugendliche als auch Betriebe beraten. Als mögliche Prävention empfiehlt das SOFI eine praxisnähere Berufsorientierung, eine gezieltere Unterstützung kleinerer Betriebe bei der Ausbildung sowie eine weitere Professionalisierung des Ausbildungspersonals z.B. durch Qualifizierungen. Die Forscher weisen darauf hin, dass sich auch bei der Problematik der vorzeitigen Vertragslösungen soziale Ungleichheiten, die die Bildungschancen und Bildungsverläufe in Deutschland generell auszeichnen, zu reproduzieren scheinen. (BIBB-Doku)