Fehlermultiplikation und Pfadabhängigkeit : ein Blick auf Schattenseiten von Sekundäranalysen standardisierter Umfragen
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Abstract
"Sekundäranalysen, d.h. Analysen von Daten, die nicht zu diesem Zweck und/oder nicht von diesen Personen erhoben wurden, haben eine große Verbreitung, wurden aber methodologisch kaum beleuchtet. Die Vorteile der Sekundäranalyse sind enorm und begründen ihre weite Verbreitung. Mögliche Nachteile der Wissensentwicklung in einem Fach wurden dagegen bisher sehr selten diskutiert. Deshalb widmet sich der Beitrag insbesondere möglichen Nachteilen von Sekundäranalysen. Basieren empirische Erkenntnisse in einem Feld auf wenigen Datensätzen, fließen in den veröffentlichten Wissensbestand erkannte und unerkannte systematische Fehler sowie Zufallsfehler mehrfach ein. Es kommt zu einer Fehlermultiplikation. Der Raum unerkannter Fehlerquellen nimmt bei Trennung von Analysierenden und Erhebenden zu. Zudem folgt aus der Beschränkung auf wenige Datensätze eine Pfadunabhängigkeit der Wissensgewinnung, denn nur die verfügbaren Variablen können in die Untersuchungen eingehen. Folgen sind der Eigenwert von Primärerhebungen, ergänzende Vorteile nicht ganz einschlägiger Datenquellen, die Berücksichtigung von Datensätzen bei der Beurteilung des Forschungsstandes und die Nutzung indirekter Messungen oder ergänzender Makrovariablen zur Integration unkonventioneller Konzepte. Nutzerkonferenzen können die Wissenslücke zwischen Erhebenden und Analysierenden verringern." (Autorenreferat, BIBB-Doku)