Elternschaft und Weiterbildung : eine sozialwissenschaftliche Längsschnittuntersuchung zum beruflichen und nichtberuflichen Weiterbildungsverhalten im Falle der Familiengründung
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131974
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Abstract
Dass Geschlecht und Erwerbsarbeit mit einem veränderten (Weiter-)Bildungsverhalten interagieren, wird in der empirischen Weiterbildungsforschung bisher wenig zur Kenntnis genommen. Im Rahmen der empirischen Längsschnittstudie "Weiterbildung im Lebenszusammenhang" wird dieser Frage nach dem symmetrischen Auseinanderfallen des Weiterbildungsverhaltens von Mann und Frau, nachdem sie Väter und Mütter geworden sind, nachgegangen. Zunächst wird das Verlaufsmuster der allgemeinen und beruflichen Weiterbildungsbeteiligung insgesamt gezeigt und dann die Frage nach Weiterbildungspraxen in inhaltliche (beruflich und nichtberuflich) und institutionelle Bereiche (betrieblich und nichtbetrieblich) differenziert, um abschließend die Frage nach dem Zusammenhang von Elternschaft und Weiterbildung in Abhängigkeit vom Alter des jüngsten Kindes zu beantworten. Die Ergebnisse zeigen, dass weibliche diskontinuierliche und männliche kontinuierliche Erwerbsarbeit mit Weiterbildungsteilnahme ein einem engen Zusammenhang stehen. Da nach dem männlichen Ernährermodell die Erwerbsarbeit primär männlich und die Familienarbeit primär weiblich konnotiert wird, wird das Weiterbildungsverhalten geschlechtsspezifisch bestimmt: Mütter werden aus der Weiterbildung ausgeschlossen, Väter werden in die Weiterbildung eingeschlossen. "Wenn Erwerbsarbeit und Weiterbildung wie Geschlecht und Erwerbsarbeit hochsensibel interagieren, dann wird deutlich, dass beide Zusammenhänge sozial gemacht sind und welche Risiken es in sich birgt, Mutter zu werden." (BIBB-Doku)