"Akademisierungswahn" : Studieren zu viele?
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Abstract
"Wird in Deutschland zu viel studiert, oder ist die Diskussion über eine vermeintliche Überakademisierung der Gesellschaft verfehlt? Im ifo Schnelldienst 23 (2013) diskutieren dazu Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Hans-Peter Klös und Axel Plünnecke, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Joachim Möller, IAB und Universität Regensburg, Wolfram F. Richter, Technischen Universität Dortmund, und Kerstin Schneider, Bergische Universität Wuppertal, Ludger Wößmann, ifo Institut und Universität München, und Stefan Wolf, Südwestmetall. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, unterstreicht, dass es nicht um ein Entweder/Oder geht. Berufliche Bildung und Studium seien gleichermaßen wichtige Bestandteile des deutschen Bildungssystems. Hans-Peter Klös und Axel Plünnecke, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, verwerfen die These einer Überakademisierung. Die Bildungspolitik sollte vielmehr eine größere Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung herstellen. Auch Joachim Möller, IAB und Universität Regensburg, sieht keine Anzeichen einer Überakademisierung. Die Arbeitsmarktsituation der Hochqualifizierten habe sich nicht verschlechtert. Eine Einschränkung des Zugangs zu den Hochschulen und Universitäten wäre in keiner Weise zu rechtfertigen. Wolfram F. Richter, Technische Universität Dortmund, und Kerstin Schneider, Bergische Universität Wuppertal, bezweifeln, dass der Mehrwert, den ein Hochschulabschluss individuell und gesellschaftlich verspricht, den Schätzungen, insbesondere der OECD, entspricht. Die entscheidungsrelevanten Ertragsraten würden durch die publizierten systematisch überzeichnet, da nicht hinreichend zwischen den Kosten entgangenen Lohns und den Kosten entgangener Freizeit unterschieden werde. Ludger Wößmann, ifo Institut und Universität München, betont, dass sich höhere Bildung auszahlt. So zeigen etwa die PIAAC-Ergebnisse, dass am deutschen Arbeitsmarkt jedes zusätzliche Bildungsjahr mit knapp 10 Prozent höherem Einkommen einhergeht. Gesamtwirtschaftlich erweise sich ein besseres Bildungsniveau der Bevölkerung als der wohl wichtigste Bestimmungsfaktor des langfristigen volkswirtschaftlichen Wachstums und damit des gesellschaftlichen Wohlstands Nach Ansicht von Stefan Wolf, Südwestmetall, braucht die Wissensgesellschaft sowohl Hochschulabsolventen als auch Facharbeiter." (Hrsg., BIBB-Doku)