Critical thinking und migrationsbedingte Bildungsbenachteiligung: ein Konzept für die subjektive Auseinandersetzung mit schulstrukturellen Merkmalen?
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129093
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Abstract
Nach einem Bericht in der "Zeit" vom 12.01.06 hält es die neue Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhme, für vordringlich, den "Sinn für Bildung" in den Migrationsgruppen zu stärken. Diese Forderung lässt sich unterschiedlich deuten, etwa als Aufforderung zur Verstärkung pädagogischer Maßnahmen wie z.B. einer früh einsetzenden Sprachförderung. Die Autoren nehmen dagegen die Forderung zum Anlass, grundsätzlich über Bildungsorientierungen in der sich heterogenen Migrantenpopulation nachzudenken. Es wird erkundet, wie sich (bildungserfolgreiche) Migranten mit schulischen Strukturmerkmalen auseinandersetzen und wie diese Auseinandersetzung konzeptionell gefasst werden könnte. Unter Bildungsorientierungen verstehen die Autoren bewusstseinsfähige Haltungen, die Interessen, Ziele und subjektive Theorien von Individuen über die eigene Schulbildung umfassen und die sich im Laufe des Jugendalters zu mehr oder weniger organisierten Bildungsstrategien weiterentwickeln. Sie prüfen, ob sich der im angelsächsischen Raum geläufige Ansatz des critical thinking eignen könnte, um Bildungsorientierungen und -strategien zu erfassen und mögliche Besonderheiten der Bildungsbiografien von Jugendlichen mit Migrationshintergrund herauszuarbeiten. (BIBB2)