Berufsbildung ohne Beruf : Voraussetzungen und Konsequenzen "berufsloser" Qualifizierung in Japan
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101012
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Abstract
"Im Vergleich zur deutschen Diskussion über den Zusammenhang von Bildung und Beschäftigung konzentriert sich die bildungspolitische Debatte in Japan weitaus weniger auf die Frage, welchen Beitrag das Bildungssystem für den Wirtschaftserfolg des Landes leisten soll. Weder die Bildungsteilnehmer noch die Beschäftiger erwarten von der Bildungspolitik eine 'bedarfsgerechte' Gestaltung der Bildungsgänge. Gerade dieser Verzicht auf eine Funktionalisierung des Bildugssystems hat sich für das Beschäftigungssystem als überraschend funktional erwiesen. Die japaninterne Kritik richtet sich eher gegen die problematischen Folgeerscheinungen des extremen Bildungswettbewerbs, die sich mit den gesellschaftlichen Erwartungen ans das Verhalten Jugendlicher zunehmend weniger decken. Der wichtigste Erkenntnisgewinn eines Vergleichs mit Japan liegt in der Erfahrung, dass es im Hinblick auf den Wirtschaftserfolg eines Landes keine Notwendigkeit gibt, Bildungsinhalte und -strukturen aus den vermeintlichen Anforderungen des Beschäftigungssystems abzuleiten. Die bei uns verbreiteten Prognosen einer solchen Anforderungsentwicklung stellen eine verkürzte Interpretation des Zusammenhangs von Bildung und Beschäftigung dar, weil sie den umgekehrten Einfluss der bildungsabschlüsse auf die Strukturen von Arbeitsorganisation und Beschäftigung unterschlägt. Das hohe Allgemeinbildungsniveau der japanischen Erwerbsbevölkerung hat die qualitativen Ansprüche an Arbeit erhöht, so dass Veränderungen in der Arbeitsorganisation japanischer Betriebe auch als Reflex auf diese Ansprüche interpretiert werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)