Der europäische Berufsbildungsraum : Herausforderungen für die Berufsbildungsforschung
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Abstract
Der Beitrag beschäftigt sich mit den Problemen und Herausforderungen, mit denen eine Neugestaltung des europäischen Berufsbildungsraumes konfrontiert ist. Er weist auf die schwierige Balance zwischen Vielfalt der Ausbildungsformen und Standardisierung hin und fragt, wie Berufsbildungsforschung zur Neugestaltung beitragen kann. Die international vergleichende Berufsbildungsforschung bzw. internationale Komparistik gewinnt in diesem Zusammenhang an Bedeutung und eröffnet ein breites Themenfeld, aus dem der Autor drei besonders aktuelle Aspekte identifiziert: 1. Im Anschluss an die PISA-Studien der OECD ist ein Berufsbildungs-PISA der Weg, um sich Einblick in die Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Ausbildungssysteme bzw. Ausbildungsformen in Europa zu verschaffen. 2. Komparative Ausbildungssystemforschung erschöpft sich nicht in Kompetenzmessung. In humankapitaltheoretischer Perspektive geht es auf der Systemebene um die Frage, ob bzw. wieweit es den Berufsbildungssystemen gelingt, die quantitativen und qualitativen Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften zu lösen. Bezogen auf die individuelle Berufsbiographie interessiert, wieweit die in der Berufsbildung erworbenen Kompetenzen dem Einzelnen eine eigenständige und selbstorganisierte Gestaltung seiner Bildungsbiographie ermöglichen. 3. Neben der Kompetenzmessung und Analyse der Arbeitsmarkt- und berufsbiographischen Verläufe und Wirkungen ergibt sich als ein dritter Komplex internationaler Komparatistik die Erforschung des Zusammenhangs von Qualität der Ausbildungsprozesse und institutionellen Steuerungsformen der Berufsbildung. (BIBB)