Integrierte Wissensmobilisierung : Vielversprechende Praktiken aus zwei kanadischen Projekten
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Abstract
"Die sog. Knowledge Mobilization („Wissensmobilisierung“) entwickelte sich in Kanada in den 1990er Jahren zu einem anerkannten Konzept. Seitdem wird der Begriff als Beschreibung für die Verbreitung von Forschungsergebnissen verwendet, die an den Bedarfen von politischen Entscheidungstragenden, Praktiker*innen und gesellschaftlichen Akteuren ausgerichtet ist. Der Begriff Knowledge Mobilization wird nicht einheitlich definiert und konzeptualisiert, wird im Allgemeinen aber als ein Prozess verstanden, der auf der Zusammenarbeit zwischen den Produzierenden und den Nutzenden von Wissen beruht. Dabei werden Maßnahmen der Wissensvermittlung, der Wissensübersetzung (Translation), des Austauschs und der Ko-Kreation eingesetzt, um Informationen für programmatische und politische Entscheidungen zur Verfügung zu stellen und damit eine Wissensgrundlage für gesellschaftliches Handeln zu schaffen. Bei der sog. Integrierten Knowledge Translation („Integrierte Wissensübersetzung“, IKT) wird die traditionelle Unterscheidung zwischen Wissenserzeugenden und Wissensnutzenden aufgeweicht; beide Gruppen gestalten alle Phasen des Forschungszyklus als Gleichberechtigte. In diesem Beitrag werden die integrierten Ansätze von Knowledge Mobilization und Knowledge Translation am Beispiel zweier Forschungsinitiativen erläutert. Die Child and Youth Refugee Research Coalition (CYRRC) ist ein kanadisches Netzwerk von Forschenden, gesellschaftlichen Akteursgruppen und Regierungs-behörden. Mit dem Ziel, die Integration von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in Kanada zu unterstützen, forschen die Akteursgruppen im Rahmen des Netzwerks gemeinsam und tauschen Forschungsinhalte und -ergebnisse aus. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit der akademischen und nicht-wissenschaftlichen Projektbeteiligten während aller Phasen des Forschungsprozesses.
Das Sozialunternehmen Wisdom 2Action (W2A) mit Kund*innen in Kanada und der ganzen Welt wird als zweites Beispiel vorgestellt. Auf Grundlage der Rahmenkonzeption von PARiHS (Promoting Action on Research Implementation in Health Services, „Förderung von Maßnahmen zur Umsetzung von Forschung im Gesundheitswesen“) nimmt W2A die psychische Gesundheit und das Wohlbefin-den von Kindern, Jugendlichen und gesellschaftlichen Subsystemen in den Blick. Diese sollen durch Forschung, Evaluierungsmaßnahmen, die Förderung des Engagements von Jugendlichen und der Beteiligung von gesellschaftlichen Akteuren unterstützt werden. Der Beitrag von Simone Chia-Kangata, Lisa Lachance und Michael Ungar gibt einen Überblick über einige der Instrumente, die CYRRC und W2A einsetzen, um die Ko-Kreation von Wissen in den von ihnen beforschten Bereichen voranzutreiben." (Autorenreferat ; BIBB-Doku)
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