Schulentwicklung
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Abstract
"Der Ausdruck "Schulentwicklung" bezeichnet oft nicht mehr als einen Verwaltungsweg. Gute Absichten werden in die Form von Gesetzen gebracht, nachdem sie vorher ebenso theoretisch und kontrovers diskutiert worden sind. Die Gesetze erreichen die Verwaltung, sie macht aus Gesetzen Reglemente und Erlasse, die verschiedene Ebenen passieren müssen, bevor sie in den Schulen ankommen. Die Schulen sehen sich wachsenden Bergen von Papier gegenüber, die sie auf ihre Weise bearbeiten, nämlich mit Ignoranz. Wenn das nicht möglich ist, sind die Anstrengungen um so schwächer, je weniger die Papiere etwas mit der Realität in den Schulen zu tun haben. Eine hohe Ignoranz wird Anforderungen zuteil, die nichts zur Problemlösung vor Ort beitragen und nur den Aufwand erhöhen. So gesehen sind Schulen sehr gewieft darin, Anforderungen zu unterlaufen und Erwartungen nicht zu erfüllen." Das deutsche Schulsystem ist gekennzeichnet durch eine extrem aufwändige Steuerung durch Vorschriften, die sich de facto auf eine hochgradig autonome Schule richten. Die zu stellende Frage ist daher nicht, ob es Schulqualität gibt oder nicht, sondern auf welche Weise die vorhandene Qualität verbessert werden kann. Als ein Kernproblem erweist sich dabei, wie neue Instrumente und Verfahren in der Schule Akzeptanz finden oder wie sie implementiert werden können, ohne gleich abgestoßen zu werden. Ausgehend von einer pragmatischen Theorie der Schulentwicklung untersucht der Beitrag, wie man sich eine Schule vorstellen muss, damit sie sich entwickeln kann und nicht nur verwaltet wird und in einem weiteren Schritt geht er auf die Strategien der Qualitätssicherung ein. Welche Verfahren und Instrumente sind nötig, damit eine nachhaltige Entwicklung eingeleitet werden kann. Danach werden Erfahrungen mit der Organisationsentwicklung aus der Schweiz vorgestellt unter der Fragestellung, unter welchen Umständen sich die Schule tatsächlich entwickelt und was verhindert, dass Reform nur als rhetorische Figur Realität ist. Am Ende des Beitrags stehen Beispiele unspektakulärer, aber wirksamer Maßnahmen zur Qualitätssicherung aus den Schulen selbst. (BIBB2)