Auf dem Weg zur "lernenden Gesellschaft"? : zur Logik der Berufsbildung in Frankreich
item.page.bibb.id
101014
Loading...
Date
Authors
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
item.page.bibb.publisherplace
item.page.bibb.participation
item.page.bibb.citedinbibb
item.page.bibb.researchfocus
item.page.bibb.reviewof
item.page.bibb.citationdr
Abstract
Die zunehmende Kritik am dualen System der Berufsbildung in der Bundesrepublik Deutschland führt zu Fragen nach möglichen Alternativen. In diesem Kontext wird das französische Berufsbildungssystem einer systematischen Analyse unterzogen. Dabei wird deutlich, dass das französische System der Berufsbildung nur in enger Beziehung zum (allgemeinbildenden) Schulsystem zu verstehen ist. Hier liegt zugleich die Stärke und die Problematik des Systems. Die Logik des gesamten Bildungssystems geht von der Schlüsselstellung des Abiturs als sozialer Positionsbestimmung aus. Dies hat zur Folge, dass das berufliche Wissen für dieses System keine eigene Existenz hat, sondern nur als Anwendung technischen Wissens gedeutet wird - ähnlich wie auf einer Abstraktionsstufe darüber die 'Technik' selbst im Rahmen der Allgemeinbildung nur über ihren Bezug zur (angewandten) Wissenschaft im schulischen Inhaltskanon einen Platz erhalten kann. Allerdings ergeben sich aus der einseitigen Betonung technischer Qualifikationen in der Berufsbildung in Frankreich auch eine Reihe von Problemen. Diese sind einmal bildungspolitisch-pädagogischer Natur. Zum anderen zeigen die hohen Arbeitslosenzahlen der aus den Berufsfachschulen kommenden Facharbeiter bei gleichzeitiger Überlegenheit der scheinbar sozial abgewerteten Lehrlinge auf dem Arbeitsmarkt eine Reihe ökonomischer Friktionen und sozialer Widersprüche, die auf Strukturmängel der Ausbildung in den Berufsfachschulen hinweisen. (IAB2)