Hauptschule - und dann? : Berufswünsche, Bildungswege und Ausbildungschancen von Frauen und Männern

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Berlin

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Abstract

In Deutschland hat eine berufliche Ausbildung eine hohe Bedeutung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Demographische Entwicklungen lassen zwar einen Fachkräftemangel erwarten, es ist jedoch nicht klar, dass dies die Übergangsprobleme von Jugendlichen aufhebt, die mit niedrigen Schulabschlüssen die Schule verlassen. Zugleich erlangt die Möglichkeit, an der Hauptschule den mittleren Schulabschluss zu erwerben, zunehmend Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wird in dieser Arbeit argumentiert, dass beim Verlassen der Hauptschule Frauen im Vergleich zu Männern mit einem anderen Optionsspektrum von Ausbildungen konfrontiert sind. Es wird untersucht, ob sie auf dieses Optionsspektrum reagieren, indem sie andere Bildungsstrategien verfolgen als Männer. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Option, den mittleren Abschluss an der Hauptschule zu erwerben, die Ausbildungschancen in einem attraktiveren Ausbildungssegment verbessert und ob sich hier Unterschiede zwischen Frauen und Männern zeigen.Das Ausbildungssystem ist in starkem Maße nach Geschlecht segregiert. Zur Erklärung von Geschlechterungleichheit beim Übergang in Ausbildung wird vor allem angeführt, dass Hauptschülerinnen sich auf sehr wenige frauentypische Berufe orientieren. Aber zugleich führt die Entscheidung für einen männerdominierten Beruf nicht per se zu besseren Ausbildungschancen. Frauen mit Hauptschulabschluss ist der direkte Zugang zum Schulberufssystem, in dem Frauen an sich gute Chancen haben auf Grund der meist formalen Voraussetzung eines mittleren Schulabschlusses versperrt. Da diese frauentypischen Berufe (Erzieher, Gesundheitsberufe, etc.) aus der Perspektive von Hauptschülerinnen durchaus attraktiv sind, ist es möglich, dass Frauen den Erwerb des mittleren Abschlusses anstreben und Umwege in Kauf nehmen, um die formale Voraussetzung für diese Berufe zu erfüllen. Unter den Berufen, die im dualen System direkt mit dem Hauptschulabschluss für Frauen erreichbar sind, gelten eine Reihe von Ausbildungen als vergleichsweise unattraktiv. Als ein Signal, das alternativ zum Schulabschluss eine Rolle spielen könnte, wurde die Bedeutung eines normalen Schulpraktikums für den Übergang in das mittlere Ausbildungssegment untersucht. Die Entdeckung von Potentialen, und somit die Umgehung von Benachteiligungsmechanismen, gelingen nicht mit den Schulpraktika, die meist von kurzer Dauer sind und eher auf Berufsorientierung als auf den Übergang in Ausbildung zielen. Bisherige Befunde haben allerdings gezeigt, dass sozialpädagogisch begleitete Langzeitpraktika durchaus den Zugang zu Ausbildung verbessern. (Textauszug; BIBB-Doku)

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