Zuviel gelernt? : ausbildungsinadäquate Erwerbstätigkeit in Deutschland
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Bertelsmann
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Bielefeld
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Abstract
Mehr als ein Sechstel der Erwerbstätigen in Deutschland arbeitet in unterwertigen, d.h. ausbildungsinadäquaten Positionen. Die Studie untersucht die damit verbundenen Probleme: Zum einen wird erstmals umfassend geprüft, welche der konkurrierenden Arbeitsmarkttheorien einen Beitrag zur Erklärung der Persistenz unterwertiger Erwerbstätigkeit am Arbeitsmarkt leisten kann. Zum anderen ist beabsichtigt, die Analogie zwischen den Arbeitsmarktzuständen "Arbeitssuche" und "unterwertiger Erwerbstätigkeit" deutlich zu machen. In beiden Zuständen gelingt es den Betroffenen nicht, ihr akkumuliertes Humankapital uneingeschränkt zu verwerten. Es wird gezeigt, dass eine Erwerbstätigkeit, bei der formal erworbene zertifizierte berufliche Qualifikationen nicht adäquat verwertet werden können, ähnlich zu bewerten ist wie Arbeitslosigkeit. Ursachen und Folgen dieses auf gesamwirtschaftlicher Ebene zwar persistenten, auf individueller Ebene jedoch häufig nur temporär auftretenden Phänomens können somit mit dem gut entwickelten Instrumentarium der Arbeitslosenforschung analysiert werden. Ziel der Untersuchung ist es, den Arbeitsmarktstatus der unterwertigen Erwerbstätigkeit als methodologisch gleichrangige Kategorie zu etablieren. Die empirische Evidenz der verschiedenen theoretischen Erklärungsansätze zur Persistenz von unterwertiger Beschäftigung für Deutschland werden bewertet, methodologische Konsequenzen für die Arbeitsmarktforschung sowie bildungs- und arbeitsmarktpolitische Schlussfolgerungen gezogen und abschliessend auf zukünftige Forschungsperspektiven verwiesen. Datenbasis für den empirischen Teil der Untersuchung ist das Sozio-ökonomische Panel (SOEP). Die empirischen Ergebnisse sind in einem umfangreichen Tabellenteil dokumentiert. (BIBB2)